Aktuelles > Aus der AGEM / Infos about AGEM PDF Drucken E-Mail

> In dieser Rubrik möchten wir über neuere Entwicklungen informieren:
Dazu gehören Tagungsprogramme, zum Teil ältere und neuere Editorials, Mitteilungen der AGEM (MAGEM) und andere Dokumente, die hier zugänglich gemacht werden.

> Here we will inform on the recent developments in our working group:
These are selected recent programs of meetings, selected editorials, news of the association (MAGEM, only in German), and other documents, shown in this site.


Aktueller Vorstand / recent board of AGEM

AGEM

• 1973 - 2013 •
40 Jahre Fachkonferenzen Ethnomedizin


"Fachkonferenzen Ethnomedizin"
(Conferences 'Anthropology & Medicine') since 1973
Auswahl seit / past events since 2010

alt Programm 23. "Fachkonferenz Ethnomedizin" der AGEM zum 40. Geburtstag der Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin

40 Jahre Forschen im "Interdiszipinären Arbeitsfeld Ethnologie & Medizin". Rückblick und Ausblicke.
Heidelberg, 24.-26. Oktober 2010


alt Programm 24. "Fachkonferenz Ethnomedizin" AGEM-ÖEG-EMLAAK:
Healing Imgaginaries: Visuelles und Mediales im Kontext des 'interdisziplinären Arbeitsfeldes Ethnologie & Medizin'.
Wien, 17.-18. September 2011


und AGEM-Workshop auf der DGV-Tagung Wien 2011
alt Workshop 37 AGEM/ÖEG (DGV 2011, Wien)

b_pdf Programm 25. "Fachkonferenz Ethnomedizin" 
Diskurse um Körpermodifikationen im 'interdisziplinären Arbeitsfeld Ethnologie & Medizin'. Heidelberg, 08.-10.Juni 2012


• Alle Konferenzen / all conferences

 

Editorials aus der Curare (Auswahl / Selection)

alt 1. Editorial Curare 1(1978)1

alt ausgewählte Editorials Curare 1981

alt Editorial Curare 5(1982)1 Definition
(Wulf SCHIEFENHÖVEL, Dorothea SICH / Ekkehard SCHRÖDER)

alt ausgewählte Editorials Curare 1984
(Hans-Jochen DIESFELD, Wolfgang BICHMANN, Thomas HAUSCHILD)

alt Editorial Curare 13(1991)1+2
Ursula ZIER: Einleitung: Krankheitsbegriff und Krankheitserleben. Zur 10. Fachkonferenz Ethnomedizin (3,3 MB)

alt Editorial Curare 24,1+2(2001)
Ekkehard SCHRÖDER: Ethnomedizin 2001: Rückblicke - Einblicke - Ausblicke.

alt Editorial Curare 25(2002)1+2 (corrected version) :
Ekkehard SCHRÖDER: Der frühe ethnomedizinische Diskurs in der Curare. Ausgewählte Artikel aus den ersten 12 Jahren der Zeitschrift Curare, gegründet 1978, gewidmet dem Gründer der Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin, Joachim Sterly (1926-2001). Siehe auch Bildarchiv, Titelbild Curare 15,4(1992)

alt Editorial Curare 30(2007)2+3: 101-110
Kristina TIEDJE & Ekkehard SCHRÖDER: Medizinanthropologische Perspektiven zum Thema Lebenswelt in der deutschsprachigen Ethnologie. Einleitung zu Curare 30(2007)2+3: Medizinethnologie on the move.


Weitere und neuere Editorials /
More and all recent editorials

Curare>Die letzten Ausgaben seit 23(2000)2/
the last issues since 23(2000)2

 

Mitteilungen der AGEM (News): MAGEM

b pdf Mitteilungen - MAGEM 1/1975
Reprint aus Curare 35(2012)4: 291-296

Mitteilungen - MAGEM 2/1975-14/1982 (Reprint in Preparation)

b pdf Mitteilungen - MAGEM 20/1986
Reprint aus Curare 30(2007)2+3: 276-280

Mitteilungen - MAGEM 21/1989, siehe
Literaturdokumentation-Dissertationen Sammlung AGEM


alt Mitteilungen - MAGEM 22/1993
Teil-Reprint aus Curare 33(2010)1+2: 153-157

Mitteilungen - MAGEM 23/2002 (Curare 25,1+2)
PDF

alt Mitteilungen - MAGEM 24/2003

b pdf Mitteilungen - MAGEM 25/2003

b pdf Mitteilungen - MAGEM 26/2004

b pdfMitteilungen - MAGEM 27/2005

b pdf Mitteilungen - MAGEM 28/2006

b pdf Mitteilungen - MAGEM 29/2007

b pdfMitteilungen - MAGEM 30/2008


b pdf Mitteilungen - MAGEM 31/2010


Mitteilungen - MAGEM 32/2010 in Curare 33,3+4 


b pdf Mitteilungen - MAGEM 33/2012 (Curare 35,4)

b pdfMitteilungen - MAGEM 34/2013 (Curare 36,4)

 

30 Jahre "Fachkonferenzen Ethnomedizin"
der AGEM (1973 – 2003)

alt Artikel (ohne Fotos) 

Die Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin blickt auf 30 Jahre zurück, in denen sie in zumeist zweijährigen Abständen zum Bereich Ethnologie & Medizin Fachkonferenzen abgehalten hat. Der Begriff Ethnomedizin wurde im Rahmen eines neuen Diskursversuches in der Ethnologe 1955 von dem Arzt und Ethnologen Erich Drobec aus Wien in der Zeitschrift Anthropos (1) eingebracht und 1969 in Göttingen von der eben gegründeten Arbeitsgruppe Ethnomedizin, Ethnobotanik, Ethnozoologie in der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde e.V. aufgegriffen. In diesem Rahmen entstand dann 1970 in Hamburg die Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin (AgE, ab 1976 AGEM) mit ihren beiden Zeitschriften Ethnomedizin (1971-1982) und später Curare (ab 1978ff). Seither werden die Konferenzen der AGEM als Fachkonferenzen Ethnomedizin gezählt und haben bislang wesentliche Bereiche menschlicher Lebenswelten in gesunden und kranken Tagen behandelt. Die Zeitschrift curare, die ursprünglich bei Vieweg verlegt wurde, zählt in den Jahrgängen 17(1994) – 26(2003) im Verlag Wissenschaft und Bildung (VWB) 295 Autoren, viele sind Mitglieder in der AGEM (2).

Die Fachkonferenzen Ethnomedizin wurden schon früh mit interdisziplinären Thematiken ausgerichtet und schlossen ausdrücklich europäische Perspektiven mit ein, so zum Beispiel die 2. und 3. Fachkonferenz Ethnomedizin in Heidelberg zu den Themen Faktoren des Gesundwerdens in Gruppen und Ethnien (1974) und Familienkonzepte als Elemente für die soziale Sicherung (1977). Wenngleich nicht explizit ausgesprochen, wurde damals bereits eine „salutogenetische Perspektive“ implizite durch die Thematik formuliert. Letztere beiden Konferenzen wurden 1974 in Zusammenarbeit mit dem Südasien-Institut Heidelberg in dessen Räumlichkeiten durchgeführt, 1977 in den Tagungsräumen der Stiftung Rehabilitation als einer Krankenhauseinrichtung. Durch die Wahl der Orte für diese Zusammenarbeit und der jeweiligen Einrichtungen sollte nicht nur der interdisziplinäre Charakter des Arbeitsansatzes, sondern auch der aktuelle und bis in den ausseruniversitären Bereich reichende Rahmen zur Geltung kommen, das heisst, der häufig beklagte Elfenbeinturm des rein universitären Geltungsbreiches sollte überschritten werden. Die damaligen Gastgeber dieser beiden Tagungen, die Professoren Hans Jochen Diesfeld (Tropenmedizin und Öffentliches Gesundheitswesen), Karl Jettmar (Ethnologie), Lorenz Löffler (Ethnologie) und Walter Bräutigam (Psychosomatik) förderten sehr gerne unser interdisziplinäres Anliegen, das auch dem herrschenden neuen Zeitgeist entgegenkam. Von 1973 bis 1993 wurden die Fachkonferenzen Ethnomedizin von verschiedenen Stiftungen abwechselnd gefördert (VW, DFG, Bosch-Stiftung, Europäische Union). In den folgenden 1990er Jahren waren die Konferenzen offener konzipiert und näherten sich zuletzt zum Teil populären Strömungen aus dem Bereich der Vermarktung alternativer medizinischer Konzepte an. Diese kurzfristige Entwicklung ist mittlerweile korrigiert worden.

Seit 2002 finden diese Tagungen nun jährlich statt. Als Programm für die ersten Jahre dieses neuen Jahrtausends wurde der Bereich interkultureller Psychotherapietransfer ausgewählt sowie und nach Vorläufern in Freiburg 1980 (Ethnobotanik) und Heidelberg 1993 als Projekt für 2007 in Leipzig der Bereich der Ethnopharmakologie (so die Ankündigungen des neuen Vorstandes im Jahre 2002). Es ging in den ersten beiden neuen dieser Fachkonferenzen im Medizinhistorischen Institut in Münster (2002) und im Völkerkundemuseum in Heidelberg (2003) eher noch darum, die verschiedenen Arbeitsbereiche, mit denen die AGEM sich über diese drei Jahrzehnte auseinandergesetzt hat, zu versammeln und neu zu artikulieren. Insofern stellten diese eine Bestandsaufnahme und eine Neuformierung dar. Dabei dienten diese beiden Konferenzen mit den ausgewählten Panelen zur Vorbereitung für die folgende durchgeführte 17. Fachkonferenz Ethnomedizin vom 3. bis 5. Dezember 2004 im Hygienemuseum in Dresden zum Thema Ausgewählte Aspekte zum „Medizin“-Transfer im Zuge der Globalisierung. Aus der ursprünglichen Idee, die Thematik des Transfers im Rahmen der Globalisierung anhand der psychotherapeutischen Therapieformen zu untersuchen, wurde dann während der Organisation dieser neuen Fachkonferenzen der Gedanke entwickelt, dies in Dresden als ein allgemeines Thema der verschiedenen medizinischen Bereiche aufzugreifen und insbesondere in einer medizinanthropologischen Perspektive nach der Bedeutung dieser Entwicklungen für den tatsächlichen medizinischen und klinischen Alltag für Heilberufe ebenso wie für Patienten zu fragen und die Medizinethnologie dabei als ein neues berufliches Arbeitsfeld aufzuweisen.

In den verschiedenen „Calls for Papers“ der Konferenzen wurden die Grundlinien artikuliert. Synoptisch gesehen liest sich das wie folgt:

15. Fachtagung Ethnomedizin:
Ethnomedizin 2002: Rückblicke, Einblicke, Ausblicke.
Münster, 22. – 24. November 2002

Thema 1: Was kann uns die Beschäftigung mit dem Schamanismus nützen?
Thema 2: Wann kann man ethnomedizinische Forschungen anwenden?
Thema 3: Ethnomedizin und Lehre. Wunsch und Realität

16. Fachtagung Ethnomedizin: 30 Jahre Fachtagungen der AGEM.
Eine Aktualisierung der Diskussion.
Heidelberg,12. - 14. Dezember 2003

Panel 1: Feldforschung in sensiblen Bereichen.
Panel 2: Ist die Ethnomedizin eine Interdisziplin?
Panel 3: Medizinischer Transfer
Panel 4: Medizinethnologie zu Hause

Im Call for Papers für die Tagung in Heidelberg 2003 sind die AGEM-Themen am deutlichsten formuliert worden:

Lehre:
Beispiele (Unterrichtseinheiten) aus Curricula oder Teile oder Curriculum-Projekte können vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden.

Angst und Methode:
Mit diesem Zitat des berühmten Buches „Angst und Methode“ (From Anxiety to Method in the Behavioral Sciences, 1967, dt. unter dem zitierten entschärften Titel 1973) unseres verstorbenen Ehrenmitglieds Georges Devereux wird ein Panel zusammengestellt, in dem die manchmal sehr schwierige Situation des Forschers an den besonders sensiblen Forschungsgegenständen im Bereich von Ethnologie und Medizin und die eigene Position kritisch reflektiert werden soll und methodologische Bausteine geliefert werden sollen, um den verschleiernden Angstaffekt und –effekt zu enttarnen. Hierzu gehört auch der Bereich, bei dem Forschung nur durch ein gewisses Mass an persönlicher Initiierung in das Arbeitsfeld möglich ist.

Arzt und Ethnologe:
Hierbei denken wir vor allem an die häufige Konstellation der Doppelrolle eines ethnologisch forschenden Arztes, aber auch eines Ethnologen, der im Rahmen von grösseren Gesundheitsprojekten mit der Erforschung medizinethnologischer Fragestellungen beauftragt ist. Schwerpunktmässig soll die spezifische Rolle im Spannungsfeld von eigenen Forschungsinteressen und dem sensiblen „Gegenstand“ dieser Erforschung reflektiert werden, wie sie für ethnomedizinische Arbeitsfelder typisch ist und zu entsprechenden Interessenkonflikten aller Handlungspartner in diesem Felde führt. Die Transferproblematik von „Medizin“ zwischen unterschiedlichen kulturell geprägten Lebenswelten gehört hierzu ebenfalls.

Ethnomedizin „reload“:
Die AGEM hat in ihren Konferenzen seit 30 Jahren versucht, ein Forum des interdiszipinären Dialoges zu bieten und aufzubauen. Entsprechend hiess ihre erste Zeitschrift “Ethnomedizin, Zeitschrift für interdisziplinäre Forschung“. Heute soll und muss gefragt werden, ob der Ansatz „Ethnomedizin als interdisziplinäres Arbeitsfeld“ noch das signalisiert, was gemeint war. Ethnomedizin als der Ethnologie verpflichtete Arbeitsrichtung mit dem Ziel der Etablierung einer neuen jungen Disziplin verstand sich als Wegbereiter einer transdisziplinären Denkweise, die Ethnologen und Mediziner gleichermassen ansprechen will. Es ist zu wünschen, dass in diesem Panelprojekt ein Gespräch zwischen „alten“ AGEM-Ethnomedizinern und den „Neuen“ stattfindet, welches eventuelle Diskursmissverständnisse und Übersetzungsprobleme klärt.

Die Thematik des Transfers beschäftigt die AGEM seit den 70er Jahren, sind hier doch schon die Keime der heutigen Globalisierungsdebatten angelegt. In eindrücklicher und originärer Weise wurde in Münster 2002 die Transferproblematik in ihren kontextuellen Verschränkungen unter anderen durch Rupert Huber, Professor für Musikästhetik in Stuttgart und Salzburg

Rupert Huber, Stuttgart und Salzburg, erklärt das Ritual
Foto: Rupert Huber, Stuttgart und Salzburg, erklärt das Ritual (2002)

dargestellt. Als theoretischer und praktizierender Musiker und Lehrender der Musikästhetik interessierte er sich für zweckgebundene rituelle Musikformen wie die des heute in Nepal noch praktizierten Schamanismus und liess sich dafür dort als ein Jankri initiieren, wie der lokale Schamane heisst (vgl. auch Titelbild curare 4/1980). Huber beherrscht den Gesang und das begleitende Trommeln von Heilzeremonien in dieser Schamanentradition und stellte dies in seinem Vortrag als Sinneseindruck dar. Dabei schaffte er es, nicht nur einen Eindruck zu vermitteln, der sonst auf einer komplizierteren teilnehmenden

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und demonstriert den Gesang des Schamanen

Beobachtung im Rahmen einer Feldforschung gewonnen werden kann, sondern auch sein gesamtes Vorgehen in einem methodischen exakten Rahmen in einem deutschen Institut für Geschichte und Theorie der Medizin zu reflektieren. Er argumentierte nicht als Ethnologe, sondern als Musiker und Ehnograph, der sich zu der philosophischen Frage nach der Aneignung von Welt über die Sinne Gedanken macht und versuchte eher, die Kulturwissenschaften, hier die Ethnologie, hilfsweise zu befragen. Dieses Thema wird heute in der Ethnologie wieder vermehrt aufgegriffen, nachdem es sowieso teilweise in der Religionsethnologie und der Kunstethnologie und natürlich in der Musikethnologie einen originären Platz hat. Da es sich hier aber auch um ein funktionales, in heilende Rituale eingebundenes kulturelles Geschehen handelt und im heutigen globalen Kulturtransfer diese von neuer Bedeutung zu sein scheinen, hat das Thema in der sich seit gut 20 Jahren entwickelnden neuen universitären Medizinethnologie seinen Platz. Es dauerte fast 25 Jahre, bis nach dem ersten Versuch im Rahmen der DGV wieder eine AG entstand, die sich explizit dem Bereiche der Medizin widmet, nämlich 1997 die AG Medical Anthropology als Initiative jüngerer KollegInnen (3).

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Foto: Tagung Münster 2002 von li nach re: Thomas Heise (AGEM, 2. Vorsitzender), Peter Hucklenbroich (Direktor des gastgebenden Institutes), Andreas Reimers (AGEM, 1. Vorsitzender)

Münster, als ein Ort mit einer längeren Tradition medizinanthropologischer Fragen, die Universitätsstadt eines Karl E. Rothschuh, früherer Direktor des 2002 unter Professor Hucklenbroich gastgebenden medizingeschichtlichen Institutes, damals eines Wolfgang Schoene, Ethnologe bei den Medizinsoziologen in Münster, eines Wolfgang M. Pfeiffer, dem transkulturellen Psychiater, der von Münster aus wirkte, aber auch von K. Sadegh-Zadeh, Gründer der Zeitschrift Metamedicine mit Münsteraner Vergangenheit, später als Theoretical Medicine von D. Thomasma in Chicago fortgeführt, und neue jünste Aktivitäten in dieser lebendigen Universitätsstadt (4) mag so etwas wie einen Genius loci zu entwickeln.

Solche Orte, in denen eine entsprechende Tradition entsteht, scheinen unser „ethnomedizinisches“ Anliegen über oft verschlungene Wege bereits über einige Jahrzehnte hinweg zu tradieren, so auch andere Orte wie Hamburg, Giessen, Göttingen, Hannover, Heidelberg, Freiburg, München, Würzburg, Wien, Zürich und Basel. Im medizingeschichtlichen Institut der TU in München (rechts der Isar) fand unter der Gastgeberschaft von Magnus Schmid 1973 die 1. Fachkonferenz Ethnomedizin statt, 1995 und 1998 gab es dann zwei weitere Konferenzen an der LMU in München.

Heute wie damals ist neben Wien und Basel jedoch insbesondere Heidelberg der Ort der kontinuierlichsten ethnomedizinischen bzw. medizinethnologischen Tradition geworden. In den Jahren 1984, 1986,1988, 1990 fanden in Folge die Fachkonferenzen Ethnomedizin in der neuen Uni und im Völkerkundemuseum

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Foto: Heidelberg 2003, li Bettina Schmidt, neue 2. Vorsitzende der AGEM (2004-2005), daneben Liselotte Kuntner, Basel (Ehrenmitglied AGEM seit 2006). 
AGEM-Vorstaende • AGEM-Ehrenmitglieder

in Heidelberg statt, dem AGEM-Geschäftssitz von 1973 bis 1993, 1993 als grössere internationale Fachkonferenz und Joint Meeting mit der Europäischen Gesellschaft für Ethnopharmakologie (damals Strasbourg, heute Metz) mit dem Thema Heilmittel und Nahrungsmittel aus ethnopharmakologischer Sicht in der Stadthalle Heidelberg. Im Völkerkundemuseum Heidelberg befindet sich die Literatursammlung der AGEM. Von 1994 bis 2003 befand sich der Geschäftssitz der AGEM am MPI in Andechs, seither läuft der Geschäftssitz in Potsdam über den Unterzeichner. Eine längerfristige formale Anbindung an eine Institution ist wieder angestrebt.

Ethnomedizin, heute im professionellen ethnologischen Milieu logischerweise Medizinethnologie genannt (5), ist mittlerweile Bestandteil der Lehre in den ethnologischen Instituten (Inst. für Ethnologie, Prof. Jürg Wassmann, sowie Ethnol. Institut am Südasieninstitut (Prof. William Sax) und am Tropeninstitut (ATHÖG) der Universität Heidelberg.

Anlässlich des Neustarts der "Fachkonferenzen Ethnomedizin" in Münster (2002) in diesem Jahrtausend im akademischen Milieu schilderten auch die Wiener Armin Prinz und Ruth Kutalek die neueren Entwicklungen im Bereich

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Foto: Armin Prinz, Abteilung Ethnomedizin, Medizingeschichte der Univ. Wien, hier Konferenzteilnehmer in Münster 2002

der Lehre und der Medien (6) in Wien. Die erste im deutschsprachigen Bereich durchstrukturierte und von der Medizinischen Fakultät und den Ethnologen gemeinsam anerkannte Curricularentwicklung für den Bereich Ethnologie & Medizin findet am medizingeschichtlichen Institut der Universität Wien mit

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Foto: Ruth Kutalek, Wien, Redaktion VEN / Ekkehard Schröder, Potsdam, Redaktion Curare (hier Münster 2002).

seiner Abteilung Ethnomedizin statt. Die Programme der Fachkonferenzen der AGEM sind an anderer Stelle in unserer Website (7) nachzulesen. Ein Grossteil der Konferenzbeiträge aus Münster, Heidelberg und Dresden wird in den kommenden Ausgaben unserer Zeitschrift Curare veröffentlicht: ab 27,3(2004).

Ekkehard Schröder
Redaktion Curare

(1) DROBEC E. 1955. Zur Geschichte der Ethnomedizin. Rubrik Analecta et Additamenta. Anthropos 50.1955: 950-957, Reprint nach 50 Jahren in Curare 2005, Heft 1, S. 3-10.

(2) 10 Jahre Curare im VWB-Verlag. Index 1994-2003. Curare 27,3(2004).

(3) http://www.medicalanthropology.de

(4) FIEDERMUTZ-LAUN A., PERA F., PEUKER E.T., DIEDERICH F. (Hg) 2002. Zur Akzeptanz von Magie, Religion und Wissenschaft. Ein medizinethnologisches Symposium der Institute für Ethnologie und Anatomie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster 1999. Münster: LIT-Verlag. ISBN 3-8258-5211-3 alt alt

(5) GREIFELD Katarina (Hg) 2003. Ritual und Heilung. Eine Einführung in die Medizinethnologie. Berlin: Reimer. // LUX Thomas (Hg) 2003. Kulturelle Dimensionen der Medizin. Ethnomedizin – Medizinethnologie – Medical Anthropology. Berlin: Reimer.

(6) VEN, viennese ethnomedicine newsletter, siehe www.univie.ac.at/ethnomedicine.

(7) siehe Website der AGEM www.agem-ethnomedizin.de
Aktuelles und >AGEM > Fachkonferenzen der AGEM.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 17. Dezember 2014 um 20:54 Uhr