Sonstige Hinweise - Other informations - im "Interdisziplinären Arbeitsfeld Ethnologie & Medizin" PDF Drucken E-Mail

Inhalt/Contents: Medizinethnologie studieren / Ärzteprogramm / Reisemedizin / Public Health / Kampagnen / Sonstiges zu wichtigen Organisationen / Schamanismus

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Medizinethnologie / "Ethnomedizin" studieren

Heute wird in der Regel von Medizinethnologie gesprochen, wenn man das meint, was allgemein im deutschsprachigen akademischen Bereich weit bis in die 1990er Jahre mit Ethnomedizin bezeichnet wurde. Hierzu siehe ausführliche Dokumentation von Definitionen zum Gebrauch des Begriffes Ethnomedizin bei
## AGEM >>Was ist Ethnomedizin?

Ethnomedizin wird im deutschsprachigen Bereich heute zunehmend in dem Bereich einer eher kommerziell orientierten oder zum Teil esoterisch überbauten und komplementärmedizinischen Medikalkultur des Alltags angesiedelt (siehe auch Websites beim Stichwort Schamanismus / Neoschamanismus unten).



1) Es gibt im deutschen Sprachraum nur fragmentierte Möglichkeiten, um auf der akademisch universitären Ebene Medizinethnologie oder Medical Anthropology zu studieren.

An der Medizinischen Universität Wien gibt es seit über 10 Jahren ausgewiesene Module, die weiter traditionsbewusst "Ethnomedizin" genannt werden, vgl. Website der Österreichischen Gesellschaft für Ethnomedizin. Es werden im Rahmen des Medizinstudiums Pflichtmodule gelehrt, die auch von
Ethnologen belegt werden können.

2) In der Website der AG Medical Anthropology in der DGV gibt es detailliertere Auskünfte zum Studium der Medizinethnologie in Deutschland,
siehe beide Vereinigungen bei Links.



3) Masterstudiengänge seit 2008
an der FU Berlin am Institut für Ethnologie (mit Med. Anth.)
http://www.polsoz.fu-berlin.de/ethnologie/studium/master_ska/index.html


und am SAI (Südasien-Institut) in Heidelberg spezieller regional ausgerichtet
http://www.sai.uni-heidelberg.de/abt/ETHNO/mahassa/

4) International gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten.
Hier Mini-Selektion (in progress):

Amsterdam: Amsterdam Master's in medical Anthropology, Fac. of Social and Behavioural Sciences of the Univ. of A., Kloveniersburgwal 48, 1012 CX Amsterdam www.fmg.uva.nl/amma

 

Ärzteprogramm der Universität Heidelberg 2005 ff = DAAD–Ärzteprogramm und EH-Kurse 1975 ff im "IPH"

Ärzteprogramm zu Fragen der Gesundheitsversorgung in Asien, Afrika und Lateinamerika. Diese Seminare dienen der Ergänzung der fachlichen Ausbildung sowie zur persönlichen und fachlichen Orientierung. Teilnehmen können afrikanische, asiatische und lateinamerikanische Student(inn)en der Humanmedizin sowie Ärztinnen und Ärzte aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die in Deutschland studieren bzw. sich weiterbilden oder arbeiten. Die Seminare werden vom DAAD ab 1.7.2005 getragen und weiterhin von der Universität Heidelberg durchgeführt.

Entwicklungshelferkurse (früher Kurs: Medizin in Entwicklungsländern. 1975ff) http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Entwicklungshelferkurse.7086.0.html

Anmeldung: Universität Heidelberg / Ärzteprogramm, Im Neuenheimer Feld 324, 69120 Heidelberg, Tel.: +49-6221-567190, Fax: +49-6221-564918

Die schnelle Literatursuche der UB in HD zu Medizinethnologie /Ethnomedizin etc über folgenden Link http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~hx9/eh/

DAAD Deutscher Akademischer Austauschdienst / German Academic Exchange Service www.daad.de & Universität Heidelberg / Institut für Public Health (IPH, Ex ATHÖG, Ex ITHÖG) # www.ukl-hd.de/ph/aerzteprogramm

AKME Der "Arbeitskreis medizinische Entwicklungszusammenarbeit" ist ein seit 40 Jahren bestehender unstrukturierter freiwilliger Arbeitskreis deutschsprachiger Organisationen und Institutionen im bezeichneten Bereich, der sich halbjährlich informell trifft und sich gegenseitig über laufende Vorhaben informiert. In diesem Rahmen konnte zum Beispiel der Entwicklungshelferkurs durch Lobbyarbeit verwirklicht werden. Er wird z. Zt. (ab 2010) von Dr. med. Peter Schmitz, DED, koordiniert Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Reisemedizin

www.gesundes-reisen.de

Vielfältige allgemeine, humanökologische und medizinisch relevante Infos zu Ländern, Erkrankungen, Epidemiologie, Impfungen und Therapie (keine kommerzielle Website)

MD Medicus Reise- und Tropenmedizin GmbH Tropeninstitut Hamburg, Dr. med. Helmut Jäger, Bernhard-Nocht-Strasse 74, 20359 Hamburg # Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Master Public Health

Deutsche Gesellschaft für Public health e.V.
www.deutsche-gesellschaft-public-health.com

Ausbildungen an den Universitäten
Berlin: http://bsph.charite.de
Bielefeld: www.uni-bielefeld.de/gesundhw
Bremen: www.public-health.uni-bremen.de
Hannover: www.mh-hannover.de/66.html
Köln: http://gesundheitsoekonomie.uk-koeln.de
München: www.m-publichealth.med.uni-muenchen.de

Kampagnen • Bewegungen • Zivilcourage


Medizinethnologische Themen können aus dem forschenden Interesse heraus rasch zu Fragen der Anwendung, der Wertebestimmung, der persönlichen Reflektion und zu Entscheidungskonflikten führen. Das liegt in der Natur der Sache, da die gelebten Alltagswelten in gesunden und kranken Tagen einen deutlichen sozial konstruierten Aspekt und damit auch eine dogmatische Seite haben. Beispiel: die programmatischen Umbenennungen vieler deutscher Krankenkassen in Gesundheitskassen und die Vermeidung des Wortes Krankheit und die sich daraus ergebenden Verschiebungen der Perspektiven auf Krankheit und Gesundheit.

In den beiden Zeitschriften der AGEM (seit 1971) wird als eines der Ziele die Förderung des Studiums der Humanökologie und der medizinischen Soziologie im Rahmen der Erschaffung einer reflektierten humanen Lebenswelt genannt.

Teilhabe (Participation) Moderne Entwicklungen der Kommunikation haben neue Medien zur möglichen Steigerung der Transparenz von Entscheidungsprozessen und zur demokratischen Ausgestaltung in den zu entwickelnden Zivilgesellschaften geschaffen.

Hinweise Es werden im Folgenden einige Organisationen aufgeführt, die solche Ziele verfolgen und in denen man punktuell oder regelmässig aktiv werden kann (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung DSW
im internationalen Bereich der Armutsbekämpfung und der globalen Gesundheit Kampagnien, siehe bei >Kooperationen und Netzwerke http://www.weltbevoelkerung.de

Stiftung Bewegung www.bewegungsstiftung.de
Die Stiftung fördert Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen. In der Website reichhaltige Dokumentation themenbezogener tagespolitischer Diskurse.

Stitftung Bridge. Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft
http://www.stiftung-bridge.de/linkliste/html

• Demokratie in Aktion www.campact.de

The World in Action www.avaaz.org

• München: Umweltinstitut München e.V. www.umweltinstitut.com



Tierschutz und Umwelt

Regenwald Report www.regenwald.org

Greenpeace, 1971 gegr. in Vancouver www.greenpeace.de

• Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
http://albert-schweitzer-stiftung.de

PETA - People for the Ethical Treatment of Animals http://www.peta.de

• Schweisfurth-Stiftung engagiert für nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft http://www.schweisfurth.de (German and English), viele Links (!)


Gesundheitswesen

BUKO und Buko-Pharmakampagne Bielefeld www.bukopharma.de

30-Jahre-Feier am 16.+17.09. 2011 in Bielefeld

LLL International - Lalecheliga
Deutscher Zweig zur Förderung des Stillens, gegr. 1956
www.lalecheliga.de

AGB Aktionsgruppe Babynahrung e.V. (Göttingen), member of IBFAN (International Baby Food Action Network (Träger des alternativen Nobelpreises)
http://babynahrung.org

• Slow Food Deutschland e.V., Frankfurt
www.slowfood.de

20 Jahre Afrika-Festival Würzburg (1989>2008)

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Dieses nicht kommerzielle Festival hat sich mittlerweile zum grössten und bedeutendsten Musikereignis zur afrikanischen Musik und zu den afroamerikanischen Traditionen in Europa entwickelt. Wesentliche Initiatoren und Organisatoren, hier speziell Dr. Stefan Oschmann, entstammen einer Studenteninitiative der 80er Jahre, im Rahmen derer damals auch die ethnomedizinische Zeitschrift Salix herausgegeben wurde. Das Organisationskommittee führte 2004 in Timbuktu mit Unterstützung der GTZ, der VW-Stiftung und anderen Organisatoren als Pendant das „Festival du Désert“ durch. Das Motto des 16. Würzburger Afrika-Festivals war: 10 Jahre Freiheit. Südafrika 1994 -2004 / 10 Years of Freedom. South Africa 1994 - 2004. Celebrate South Africa. Für 2005 hiess das Motto: International Afro Roots Festival. 2006 wurde die Fussball-WM mit dem Motto: Die Welt zu Gast bei Freunden einbezogen. 2007 konzentriert sich das Festival auf "The black Atlantik" mit einem Schwerpunkt zu afrikanischer Musik aus Brasilien. 2009: Musik und Kultur von nomadischen Völkern - 2010: Schwerpunkt Südafrika im Jahr der Fussball-WM - 2012: 24. Festival > 25.-28. Mai 2012
http://www.africafestival.org # Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Presse-Taschenbuch Gesundheit 2008/09

Komplett überarbeitet: Herausgegeben von der Kroll- Verlagsgruppe, P.O.Box 1153, D-82224 Seefeld/Obb. Redaktion: Tel 08152/980420,Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. www.kroll-verlg.de im Namen der Bayer HealthCare AG mit rd. 13 000 Pers-Kontakten, 704 S., 32 Euro, Taschenform. Kap. 1) Nobelpreisträger, 2) Medizin- und Wissenschaftsjournalisten, 3) Publikationen und elektronische Medien, 3.3) Fachzeitschriften, 4) Wissenschaft und Forschung, 5) Behörden, Bund und Länder, 6) Verbände und Organisationen, 6.8) Verbände, Stiftungen, Wissenschaftliche Organisationen, 7) Namensverz., 8) Bayer HealthCare AG

Die Fortsetzung dieses Führers ist derzeit wegen Finanzierungsproblemen nicht gesichert (Verlagsmitteilung von 2010).

100 Jahre Difäm (1906 >2006)

Deutsches Institut für Ärztliche Mission in Tübingen Am 12. Januar 2006 wurde das Jubiläumsjahr des Difäm mit der Vernissage zur Ausstellung "100 Jahre Difäm - Der Mensch ist die Medizin des Menschen" offiziell eröffnet. Kurzinfo: Das Difäm leistet über ein großes Netzwerk von Partnern in Übersee, der Großteil in Afrika, umfassende Hilfe. Dies geschieht durch Beratung von Gesundheitsprojekten, Lieferung von Medikamenten und medizinischem Material, Vernetzung und Ausbildung von ausreisendem und einheimischem Fachpersonal. Schwerpunkte der finanziellen Hilfe ist die Bekämpfung von Tuberkulose, Malaria, Lepra und Aids. Die Gesundheit von Mutter und Kind sowie medizinische Ausbildung und Zugang zu Arzneimitteln stehen im Vordergrund. Difäm - Gesundheit in der Einen Welt
Paul-Lechler-Str. 24, D-72076 Tübingen,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. # www.difaem.de

40 Jahre medico international (1968 > 2008)

"Hilfe im Handgemenge, denn Krankheit macht arm, Armut macht krank!" So lässt sich der Teufelskreis beschreiben, dem die Menschen in den arm gehaltenen Regionen der Welt ausgeliefert sind..... www.medico.de

30 Jahre Terre des Femmes e.V. (1981 > 2011)

Brunnenstrasse 128, 13355 Berlin
www.frauenrechte.de

40 Jahre Aktion Dritte Welt e.V. - informationszentrum 3. welt (iz3w) - Freiburg im Breisgau (1970 > 2010)

Gezielte entwicklungspolitische Bildungsarbeit // Projekttage zu Menschenrechten und anderen engagierten Themen
www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/anthropologische-schaedelsammlungen.htm //
das grösste Archiv, öffentlich zugänglich mit über 800 Zeitschriften (davon 200 laufende) und umfangreicher "grauer" Literatur, verbunden, auch über die Uni-Bibliothek Freiburg und den Zentralkatalog Deutscher Bibliotheken u.a.
www.iz3w.org # www.archiv3.org
Eine Definition zum Programm Warum sagen wir 3. Welt
https://www.iz3w.org/wir_ueber_uns/der-begriff-201edritte-welt201c

40 Jahre Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), gegr. 1968

GfbV-BILDKALENDER jährlich ab ca September. Der jährlich liebe- und gehaltvoll edierte Bildkalender “LEBENSZEICHEN" für 2011 (Jahresthema: Autonomie und Selbstbestimmung) ist bestellbar: Din A 3, 12 farbige Monatsbilder mit umfangreichen Dokumentationen auf der Rückseite, 19,90 zzgl. Versandkosten. Bestellung an Herrn C. Rach, Tel: 0551-49906-26, Fax 0551-58028, email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder direkt: Ges. f. bedrohte Völker, Pf 2024, D-37010 Göttingen www.gfbv.de

Frankfurt/Oder: Neuer Masterstudiengang für "Komplementäre Medizin - Kulturwissenschaften - Heilkunde" (M.A.)

Erstmalig in Deutschland begann zum Somnmersemester 2009 ein Masterstudiengang, der komplementärmedizinische und kulturwissenschaftliche Kompetenzen miteinander verbindet. Das 2007 gegründete Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (INTRAG, Prof. Hartmut Schröder) an der Europa-Universität Viadrina möchte die kulturwissenschaftliche Perspektive stärker in die gesundheitswissenschaftliche Diskussion einbringen und im Rahmen einer praxisorientierten Ausbildung für Berufspraktiker zur Verfügung stellen. Weiteres bei
http://www.master-kmkh.eu/ # http://intrag-online.eu/

Zist e.V. zu Penzberg

Zist ist ein Zentrum zur persönlichen und beruflichen Fortbildung in potentialorientierter Selbsterfahrung und Psychotherapie. Der in der Satzung des Vereins ZIST e.V. niedergelegte Zweck ist „die theoretische und praktische Arbeit auf dem Gebiet der humanistischen Psychologie. Diese widmet sich der Erforschung und Entfaltung des menschlichen Potentiales von Individuen in ihrem sozialen Bezug“. Der in ZIST praktizierte Ansatz integriert unterschiedliche Quellen und Traditionen und drückt sich aus in einer Vielfalt von Angeboten. ZIST ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein und Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Adr: ZIST e.V., Zist 1, D-82377 Penzberg, Tel:+49(8856)9369-0, Programm 2011 erschienen
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. # www.zist.de

Anmerkungen zum Stichwort Schamanismus / Neoschamanismus

• Schamanismus / Schamanentum

Das Wort Schamane stammt aus der evenkischen (süd-tungusischen) Sprache in Sibirien (šaman) und bedeutet, "einer der erregt, bewegt, erhoben ist". Andere Erklärungen sind wenig plausibel. Schamanen sind in vielen Kulturen beheimatete Heilkundige, Wahrsager und Priester, meist zentrale Autoritätspersonen, die eine lange Ausbildung hinter sich haben und im Gegensatz zu anderen traditionellen Heilkundigen, früher auch oft Medizinmänner genannt, unter Gesang und der immer eingesetzten Schamanentrommel selbst in Ekstase gehen, um im Kontakt mit dem Jenseits bzw. in einer Himmelsreise Erkenntnisse und Fähigkeiten für die Heilung ihres Patienten oft unter Beteiligung der Gemeinschaft zu gewinnen bzw. mitzubringen. Der Status wird im Rahmen einer Initiation erreicht, die in Phasen verlaufen kann und häufig mit einer sogenannten "Schamanenkrankheit" beginnt, im Rahmen derer es zu einem Berufungserlebnis kommt.

Das Schamanentum wurde ursprünglich als die Religion der zirkumpolaren Völker (insbesondere Sibirien und Inuit-Regionen) beschrieben. Heute werden in der Ethnologie schamanische Elemente weltweit in verschiedenen traditionellen Formen der psychotherapeutischen Behandlung dargestellt. Der „Schamanismus“, ein seit den ersten Beschreibungen immer heiss und oft kontrovers diskutiertes Thema, hat heute eine breite Aufwertung erfahren, Schamanen werden nicht mehr im Kontext psychopathologischer Entwicklungen interpretiert.

• Neoschamanismus

1) Damit werden alle Bestrebungen gemeint, die die sogenannten „schamanischen Elemente“ aus den traditionellen Formen der Heilkunde systematisch in einen neuen Kontext stellen und als neue Psychotherapieform zu vermarkten oder in moderne Medizinsysteme zu integrieren suchen. Dazu gehören auch Versuche moderner Psychotherapeuten, die strukturelle Wahlverwandtschaft zu den "schamanischen Kollegen" hervorzuheben. Diese Entwicklung ist insbesondere durch den Ethnologen Michael HARNER initiiert worden und hat ein umfassendes Netzwerk von Schülern entstehen lassen (Core-Schamanismus, Kernschamanismus). Man kann diese Entwicklung als eine Kollaterale im Zuge der Globalisierung interpretieren.

2) Neben anderen davon zu unterscheidenden Entwicklungen ist insbesondere die Arbeit und das Wirken der Ethnologin Felicitas GOODMAN zu erwähnen, die die Schamanenforschung im Rahmen ihrer Untersuchungen der Glossolallie (Zungenreden) der Pfingstgemeinden durch die Entdeckung der rituellen Körperhaltungen sehr bereicherte und neue therapeutische Trancetechniken für Patienten entwickelt hat, die auf ethnologischen Studien aufbauen.

Der hohe Grad an Selbsterfahrung in den entwickelten Psychotechniken sowohl bei Harner als auch bei Goodman hat wiederum die Möglichkeiten ethnologischer Methodik und den Interpretationshorizont des Themas verfeinert.

3) Das mit dem Ausdruck "Neoschamanismus" belegte kommerzialisierte "New Age" Phänomen der westlichen Post-Moderne ist wesentlich zu unterscheiden von der seit den 1960er Jahren stattfindenden post-kolonialen Wiederbelebung (revival) von schamanischen Traditionen in Nordamerika und Sibirien, die vor dem durch US-amerikanische und kanadische Gesetzgeber sowie durch ekklesiastische Autoritäten, bzw. durch zaristische und sowjetische Staatsgewalt, unterdrückt wurden (Hinweis Wolfgang Jilek).

• Literaturhinweise (Auswahl aus der Fülle) zum Thema Schamanismus:

HAAS Jochen U. 1976. Schamanentum und Psychiatrie. Untersuchungen zum Begriff der 'arktischen Hysterie' und zur psychiatrischen Interpretation des Schamanentums zirkumpolarer Völker. (Bedeutende kritische Dissertation aus ethnologischer Perspektive). Freiburg i. Br.: Albert-Ludwig-Universität.

SCHENK Amelie & RÄTSCH Christian (Hg) 1999. Was ist ein Schamane? Schamanen, Heiler, Medizinleute. Im Spiegel westlichen Denkens. What is a Shaman? Shamans, Healer, and Medicine Men from a Western Point of View. Curare-Sonderband 13. Berlin: VWB – Verlag für Wissenschaft und Bildung www.vwb-verlag.com

WALLIS Robert J. 2003. Shamans / Neoshamans: Ecstasy, alternative archaeologies, and contemporary pagans. London: Routledge.

JILEK Wolfgang G. 2003. Vom dämonischen Scharlatan zum psychisch Gestörten zum fachkundigen Psychotherapeuten zum postmodernen Seelenführer. Westliche Vorstellungen vom Schamanen und deren Hintergrund. Curare 26,1+2 (2003)57-66.
Aktuelle Artikel

ELIADE Mircea 1957 (erste deutsche Ausgabe). Schamanismus und archaische Ekstasetechnik. Zürich, Stuttgart.

MÜLLER Klaus E. 1997 (1ste Aufl). Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale. München: CH Beck (TB Wissen).

Die führende Fachzeitschrift zum Thema Schamanismus:

Shaman ab Vol.1,1(1993)- , ed. by Mihály Hoppál u Ádám Molnár (beide Budapest).
ISSN 1216-7827 Molnar & Kelemen Oriental Publishers, Szeged, P.O.Box 1195, H-6701, Hungary).
http://www.folkscene.hu (Bestandteil der Literatursammlung der AGEM in Heidelberg)

Beiträge zum Thema Schamanismus
in der Zeitschrift Curare: siehe pdf und
Literaturdokumentation >Transkulturelle Psychiatrie

• Website zum Thema Schamanismus (Auswahl):

Besonders umfassend und informativ zur Literatur ist die Website von Torsten PASSIE: www.schamanismus-information.de mit weiterführenden, vertiefenden Links (Site eingeschränkt zugänglich).

• Websites zum Stichwort Neoschamanismus (Auswahl): Zusammengestellt für ein Studium des Themas aus medizinethnologischer Perspektive

www.indianerpfad.de

www.schamanismus-und-heilen.de

www.institut-ethnomed.de

www.flss.ch (Carlo Zumstein)

www.schwitzhuetten.de

http://www.svensauter.de

www.wolfswanderungen.de

www.schamanisches-netzwerk-europa.eu

www.taraprocess.com

www.wasiwaska.org

• Rituelle Körperhaltungen nach Felicitas Goodman

www.felicitas-goodman-institut.de

www.ekstatische-trance.de

Geistiges Heilen

www.spirituelles-portal.de Newsletter alle zwei Wochen mit Terminen

Dachverband Geistiges Heilen http://www.dgh-ev.de

Basler Psi-Verein www.bpv.ch

Sonstiger Terminkalender www.reiki.de

Weitere Stichworte zu aktuellen Themen und Entwicklungen aus dem Bereich Gesundheit und Krankheit, die für medizinethnologische Fragestellungen und Erforschungen bedeutsam sind, können hier eingebaut werden.

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, 04. Februar 2012 um 22:40 Uhr